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Der Frequenz Ansatz - Schwimmen mit dem Tempo Trainer



Im letzten Beitrag auf Pushing Limits ging es um die optimal Schwimmtechnik. Diese kann per so nicht konkret benannt werden und hängt von vielen Variablen ab.


Der eine kommt mit längeren Zügen und einer ausgeprägten Gleitphase schnell voran, der Andere lässt den Arm vorne kaum bis gar nicht liegen und zieht stattdessen permanent. Zwei Extreme verschiedener Varianten der Kraul Schwimmtechnik.


Deren Vor und Nachteile wir nochmal kurz benennen wollen:


Vorteile der langen Technik ist die Gleitphase, in der Quasi kein Antrieb nötig ist. Nachteil ist, dass der dadurch kraftvollere Armzug und der stärkere Kick aus den Beinen. Dieser fängt den Geschwindigkeitsabfall durch die Gleitphase auf. Die Schwimmtechnik ohne lange Gleitphase wiederum hat keine Gleitphase in der der Arm vorne in einer Ruhepostion verweilt. Dafür braucht es pro Zug im Vergleich weniger Kraft und Beinschlag, da der Körper ohne Gleitphase auch nicht an Geschwindigkeit verliert.


Lange oder schnellere Züge unterscheiden sich dabei vor allem in der Zugfrequenz. Die Gleitzugvariante wird in Frequenzbereichen von 50-65 Zügen pro Minute geschwommen. Die Schwungtechnik zwischen 60 und 80 Zügen pro Minute.

Spielen wir also mit der Frequenz, können wir damit die Technik verändern und herausfinden, mit welcher Frequenz und demnach mit welcher Technik wir am schnellsten oder am effizientesten Schwimmen. Mit einem sogenannten Tempo Trainer kann der Schwimmer seine Frequenz genau steuern. Dabei gibt der Tempo Trainer jeweils einen Beeb Pro Armzug ab. So muss der Schwimmer nur noch dem Metronom folgen.


Ein beliebter Test um die optimale Zugzahl für sich herauszufinden ist der Zugzahl - Tempo Test.


Hierbei startet der Schwimmer auf einer vorgegebenen Frequenz über die 50 oder 25m Strecke. Es werden die Züge, sowie die benötigte Zeit dokumentiert. Gestartet wird üblicherweise bei einer Frequenz von 50. Anschließend geht es pro 50m um 5 Züge/min nach oben. Der Schwimmer wird mit zunehmender Zugfrequenz schneller werden und dabei höchstwahrscheinlich auch seine Zuganzahl erhöhen. Abe einem Frequenz wird die Zeitverbesserung nur noch marginal sein bzw. Wieder langsamer werden. Gleichzeitig braucht der Schwimmer deutlich mehr Züge pro Bahn.


Jan und Johann haben exemplarisch einen Test für die Frequenz durchgeführt.

Hier waren die Ergebnisse:

Jan Test


Frequenz - Zeit pro 50m in sec. - Züge pro Bahn

50 - 35 - 43

55 - 36 - 42

60 - 38 - 40

65 - 40 - 38

70 - 41 - 37

75 - 42 - 36

80 - 45 - 36


Johann Test

Frequenz - Zeit pro 50m in sec. - Züge pro Bahn

50 - 29 - 38

55 - 30 - 36

60 - 32 - 35

65 - 33 - 34

70 - 35 - 33

75 - 38 - 33

80 - 39 - 32

85 - 42 - 32

Jan kann seine Geschwindigkeit von 50 - 65 Frequenz um 5sec. steigern. In den nächsten Frequenzschritten gibt es kaum noch Geschwindigkeitszuwachs. Gleichzeitig erhöhen sich die benötigten Züge pro Bahn um über 10% von 40 auf 45sec. Jan zieht demnach eher am Wasser vorbei, als das er es greift. Er braucht überproportional mehr Energie um die höhere Zugzahl zu halten.


Johann wiederum ist schon sehr schnell an seinem Geschwindigkeitsplateau angekommen. Seine Zugzahl nimmt konstant zu und hat aber erst von 80 auf 85 einen deutlichen Sprung. Johann kann also über einen großen Frequenzbereich seine Bewegungsökonomie halten ohne am Wasser vorbei zu ziehen.


Wie wir in dem Reel vom 5 Juli auf Instagram bei "Schwimmcoach" sehen, kann Johann sowohl mit schnell absinkendem Arm, als auch mit langer Gleitphase schwimmen. Das ermöglich ihm eine große Variabilität in seiner Technik.


Macht den Test nach und schreibt uns unter den Post, welches eure optimale Zugfrequenz ist.


Viel Spaß beim Training!


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