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Anja Ippach im Interview




Wir haben Anja Ippach, eine der besten deutschen Langdistanz Athletinnen, nach ihrem Geheimnis für ihren sportlichen Erfolg befragt. Daraus wurde ein interessantes Interview mit vielen wertvollen Tipps rund um das Schwimmtraining. Aber lest selbst:


Johann: Woher kommst du und was ist dein sportlicher Hintergrund. Anja: Ich komme aus Fürth…und das liegt nur ca. 30km vom Triathlon Mekka Roth entfernt. Durch meine sportbegeisterte Familie kam ich früh mit Triathlon in Kontakt…ich glaube ich war 10 oder 11 bei meiner Premiere. Wobei ich auch andere Sportarten wie Leichtathletik, Judo, Reiten und Turnen gemacht habe. Aber Schwimmen, Radfahren und Laufen hat mir am meisten Spaß gemacht und je länger- desto besser war ich damals.

J: Was sind deine sportlichen Ziele in diesem Jahr A: Gute Frage…da bin ich mir selbst noch gar nicht sicher. Gerade trainiere für ich einen Marathon unter 3h und eine Triathlon Halb- oder evtl. Langdistanz im Herbst. Ich habe da 2 große Unbekannte…einmal die aktuelle Corona-Situation- und dann meine kleine Tochter. Sie ist gerade 10 Monate alt und gerade schaffen wir es, dass sie einen halben Tag ohne mich sein kann. Aber ich lasse das alles ein wenig auf mich zukommen und wir nehmen alles wie es kommt. In der Zwischenzeit nutze ich die aktuelle Situation und gehe einer weiteren neuen Leidenschaft nach - Coaching für Frauen. Mit meiner kleinen Community Triathlon Mädchen habe ich gerade sehr viel Spaß am gemeinsamen Schwitzen bei den Workouts und freue mich sehr all meine Erfahrungen und Wissen in Form von Webinaren weiterzugeben.

© James Mitchel


J: Welche Erfolge hattest du in den letzten Jahren und was sind deine Bestzeiten im Schwimmen: A: 2x IRONMAN Siege, Mehrfache IRONMAN 70.3 Siege (weiß nicht genau wie viele- 6-8 oder so), Europameisterin 70.3 IM, 4. Platz Hawaii, 3.Platz Weltmeisterschaft 70.3 IM, 4. Bestzeiten im Schwimmen, 47 Minuten auf 3,8km mit Neo beim Challenge Roth.

J: Wie trainierst du Schwimmen A: Aktuell leider gar nicht. Früher bin 5x pro Woche geschwommen zwischen 4-6 km. Hier beim BTV Leistungsstützpunkt in Nürnberg mit einer sehr ambitionierten Gruppe und vielen jungen Wilden. Seit knapp 1 Jahr bin ich Mami und wie wir alle wissen ist Schwimmen relativ zeitaufwändig, daher trainiere ich- wenn die Bäder wieder offen sind: 2x im Freibad (da es bei mir ums Eck ist), 1-2x angebunden in meinem kleinen Gartenpool und 1x am Zugseil. J: Wie wichtig empfindest du Landtraining für das Schwimmen? - Welche Übungen machst du? A: Ich finde Landtraining super wichtig. Übrigens nicht nur für das Schwimmen, sondern bei uns Triathleten auch für die Disziplinen Rad und Laufen. Ein stabiler Rumpf / Core und eine gute Flexibilität ermöglichen überhaupt erst ein qualitatives Training und ein gewisses technisches Niveau. Darüber hinaus beugt es Verletzungen vor, was bei einem hohen Trainingspensum- super wichtig ist. Athletiktraining oder auch Stabitraining genannt und Yoga sind ein fester Bestandteil in meiner Trainingswoche. Oftmals nicht als separate Einheit, sondern auch als Warm-up oder Cool Down zu einer Einheit. J: Wie sieht dein generelles Schwimmtraining aus? Ist Techniktraining für dich relevant? A: Technik ist IMMER Teil in JEDER Einheit. Es gibt kein Schwimmen ohne einen Technik-Koordinations- und/oder Wassergefühlsteil vor allem im Warm-up der Einheit. Zu Beginn der Saison mache ich fast nur Techniktraining und in der Wettkampfsaison sind es dann im Warm-up 10-20 min, also 500-1000m. J: Was ist deine Lieblingseinheit im Schwimmen? Meine Lieblingseinheit ist jede Einheit die super abwechslungsreich ist. Monotone Serien sind nichts für mich. Und wenn es dann gegen Ende noch Kraul Beine mit Flossen gibt und Kraul ganze Lage mit Flossen- dann bin ich happy.

J: Wie häufig schwimmst du im Freiwasser? A: Eigentlich ziemlich selten. Das liegt vor allem daran- dass es hier keinen See in meiner Umgebung gibt. Ich wohne zwar nur 400m vom Kanal entfernt, aber schwimmen darf ich da nur bei der Challenge Roth. :-) J: Was rätst du Triathleten in der jetzigen Situation im Bezug auf Schwimmtraining? A: Die jetzige Situation ist vor allem für den Kopf nicht ganz einfach. Denn um ehrlich zu sein, ist das die längste Schwimmpause meiner Karriere und ich war irgendwann im November 2020 das letzte Mal im Becken. Vor allem wenn wie bei vielen Triathleten das Schwimmen nicht ein Selbstläufer oder „Selbstschwimmer“ ist, sorgen sich sicherlich viele Triathleten um ihre Schwimmform- mir inklusive. Ich sage mir dann selbst immer 2 Dinge: 1. In jeder Krise liegt eine Chance. Und wenn ich wieder ins Wasser kann, werde ich an meiner Technik arbeiten und habe hier die Chance eines Neuanfangs. 2. Schwimmen ist in etwa 80% Kraft/Fitness und 20% Technik. Die 80% kann ich auch an Land trainieren. Z.B. Montags und Freitags mit dir- Zugseiltraining und dann noch Sonntags mein Bikini-Workout mit meinen Triathlon Mädchen. Das sollte auf jeden Fall reichen!


Vielen Dank für das nette Interview Anja! Wir wünschen dir viel Erfolg für deine kommenden Rennen!

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